"Frag nach" - Folge 22 mit Prof. Dr. Hendrik Streeck
Shownotes
Diesmal haben wir einen Gast, den viele spätestens seit der Corona-Pandemie kennen: Prof. Dr. Hendrik Streeck. Er ist Virologe und Universitätsprofessor, war Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn und sitzt heute für die CDU/CSU im Deutschen Bundestag. Seit Mai 2025 ist er außerdem Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen.
Wir sprechen darüber, welche neuen Substanzen derzeit auf den Straßen auftauchen und wie ein Frühwarnsystem künftig schneller vor gefährlichen Drogen und Beimengungen warnen soll. Es geht um Cannabis und die Folgen der Legalisierung, um Prävention, die mehr sein muss als ein Projekttag und um die Frage, wie wir junge Menschen wirklich erreichen. Außerdem beschäftigen wir uns mit einer Form von Sucht, die häufig weniger sichtbar ist: Mediensucht.
Ein Gespräch über Eigenverantwortung und Aufklärung, über wissenschaftliche Erkenntnisse und darüber, wie moderne Drogen- und Suchtpolitik aussehen kann.
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00:00:00: Ich freue mich, dass heute Professor Dr.
00:00:02: Hendricks Strick da ist bei mir zum Gespräch um so ein bisschen auszutauschen.
00:00:08: Wir sind per Du.
00:00:08: wir haben bei den Koalitionsverhandlungen beide mit verhandeln dürfen und ich kenne dich natürlich schon aus der Zeit der Pandemie wo ich noch Gesundheitsminister war.
00:00:18: du einer der führenden Virologen in diesem Land.
00:00:21: vielleicht fangen wir auch mit diesem Thema mal an.
00:00:23: jetzt vom Virologen Zum Tropen.
00:00:26: wir auftragten ist eigentlich auch ein Weg, aber vielleicht noch mal ganz kurze Blicke auf die damalige Zeit Hendrik.
00:00:32: Wie bist du denn mit der Zeit im Rheinland?
00:00:34: Was sagst du denn nach innen?
00:00:37: Ja also ich glaube es gibt für solche Krisen muss man erstmal sagen gibt's keinen perfekten Weg und natürlich hatte ich in einigen Sachen eine andere Einstellung dass man auch mit einigen Dingen anders umgehen sollte.
00:00:53: Ich glaube Wenn man so Rückblicken darauf schaut, auch auf die Äußerung.
00:00:58: Da lag man gar nicht soweit auseinander.
00:01:00: Es ging da häufig um Nuancen und es ging vor allem auch den Schwerpunkt, den man gesetzt hat.
00:01:07: Ich hab in vielen Bereichen mehr auf die psychische Gesundheit geschaut.
00:01:12: Das passt jetzt wieder sehr zum Drogen- und Suchthema.
00:01:16: Und viele haben eben mehr auf Infektionen geschaut ... Ja, weil ich glaube ... Merkt man ja an uns, wir haben da mal in Koalitionsverhandlungen mit uns tief in die Augen geschaut.
00:01:30: Ein Bier getrunken und dann war es auch wieder in Ordnung.
00:01:34: Ich glaube du hast recht!
00:01:35: Wir waren gar nicht so weit auseinander und ich glaube uns hat eins geeint.
00:01:38: Wir wollten alle eigentlich das Beste in einer Situation wo wir noch nicht viel wussten.
00:01:42: Du bist ja natürlich Wissenschaftler, dass damals eine große Studie gemacht.
00:01:46: Wir waren darauf angewiesen, uns zu informieren aus verschiedenen Quellen und dann in der Politik auch Entscheidungen zu treffen.
00:01:52: Ich hatte ja damals die Leitung auf der Gesundheitsministerkonferenz in Deutschland mit Jens Spahn noch als Gesundheitsminister.
00:01:59: Und ich war sehr dankbar dass es viele Virologen gab, viele Meinungen, die uns geholfen haben und letztendlich glaube ich sind wir ganz gut durchgekommen Auch wenn man heute wahrscheinlich das eine oder andere anders machen würden mit dem Wissen das wir jetzt haben.
00:02:12: Ja und ich denke Ich glaube, das Wichtige daran ist, dass wir einmal daraus lernen und das andere ist auch wieder lernen müssen wenn wir da unterschiedliche Meinungen haben.
00:02:25: Auch zu schauen, dass man diese Widersprüche auch zum Teil akzeptiert.
00:02:30: was ich jetzt auch gerade im Drogen- und Suchtbereich merke Ist es vieles was in der Politik vielleicht gut gemeint ist oder entschieden wird In der Praxis häufig gar nicht so gut funktioniert oder ankommt.
00:02:43: und diese Rückkoppelung zur Praxis, das hat zum Teil in der Corona-Pandemie gefehlt.
00:02:48: Also wie es beim Bürgern funktioniert.
00:02:52: Und da lohnt es sich glaube ich schon immer auch mal diesen Praxistest zu machen.
00:02:58: Aber jetzt sind wir ja schon im anderen Thema so ein bisschen drin in deiner neuen Funktion.
00:03:04: Du hast ja jetzt auch einen Amtes.
00:03:06: Wichtig ist, dass auch viele Fragen stellt.
00:03:11: Wie ist denn die Situation im Moment?
00:03:13: Drogentote nehmen zu?
00:03:16: Wie schätzt du das insgesamt ein?
00:03:20: Also ich vergleiche es in der Tat sogar immer wieder mit der Pandemie, weil ich mir Sorgen mache, dass sie eine Entwicklung bekommen wie in den USA.
00:03:29: Wenn man das mal ... In den USA gibt's wirklich ne Opioid-Krise, Fentanyl zum Beispiel wo jedes Jahr rund hunderttausend Menschen daran versterben an eine Überdossierung.
00:03:41: Und uns hat das geschützt, dass unsere Ärzte sehr restriktiv in der Verschreibung waren mit Oxycodon und ähnlichem.
00:03:49: Aber wir haben im Moment eine Entwicklung die ähnlich ist wie in den USA, nämlich dass immer mehr über das Internet einfach bestellt wird oder in gefälschten Medikamenten drin sind dass normale Heroin gestreckt ist mit solchen synthetischen Opioiden.
00:04:05: Und diese Opioide, sie haben eine bis zu fünfhundertfache Potenz im Vergleich zum herkömmlichen Heroin.
00:04:12: und da macht mir schon Sorgen, dass wir eine Entwicklung bekommen das wirklich auf so pandemische Verhältnisse zeigt.
00:04:20: und dann müssen wir vor die Welle kommen um in dem Sprachgebrauch zu bleiben und bauen deswegen zb auch ein Frühwarnsystem
00:04:27: auf.
00:04:27: Erzähl mal ein bisschen vor die Welle kommen heißt natürlich auch Prävention heißt Information, Aufklärung.
00:04:34: Was baut ihr für ein System auf?
00:04:36: oder wo willst du dahin?
00:04:37: Das eine ist für uns ganz wichtig dass wir mehr in Prävention und Aufklärungen kommen.
00:04:41: am Ende geht es ja um Eigenverantwortung aber Eigenverordnung fehlt nicht vom Himmel sondern es erwächst aus dem Wissen aus Aufklärungs etc... Kann es meiner Meinung nach nicht sein, dass Prävention so ein Projekttag ist?
00:04:55: Sondern das musste ich stringent in die Ausbildung also auch in der Schule schon verankert sein.
00:05:00: Was wir aber auch gerade versuchen ist wirklich zu lernen was auf den Straßen gerade unterwegs ist und da bauen wir ein System auf hier mit dem IFT in München wo wir ein Monitoring- und Frühwarnsystem haben wollen in Deutschland.
00:05:16: Wir haben deutschlandweit jetzt Knotenpunkte aufgebaut, die uns berichten was ob es Beimengungen gibt welche Drogen gerade unterwegs ist ob es irgendwelche Intoxikationen also Vergiftung gibt über Dosierung.
00:05:30: diese Daten laufen alle zusammen und wir versuchen hier dann idealerweise dahin zu kommen, dass wir in Echtzeit bahnen können wenn Verunreinigungen auf der Straße unterwegs sind.
00:05:42: An Ordnungskräfter an Rettungskräfte an die Suchthilfen aber auch die Abhängigen selber.
00:05:47: Das ist so ein spannendes, wie es uns heißt mit Kraft, weil man sieht da bahnt sich was an und kommt eine Welle auf uns zu oder irgendwas.
00:05:53: und kann ich schon mal handeln und vorher reingehen?
00:05:57: Genau das ist der Plan, dass wir einfach wissen wenn etwas passiert.
00:06:00: Dass wir warnen können zum Beispiel dass Medikamente plötzlich gefälscht auf dem Markt sind.
00:06:05: Dass ihr sagen könnt passt auf nehmt diese Medikamente nicht ein.
00:06:08: da sind synthetische Opioide drin die können tödlich sein und Das hat in anderen Ländern wie in Schottland wie die das schon gemacht haben wirklich einige Menschenleben gerettet.
00:06:20: Weil du gerade Medikamente noch mal ansprichst, ich habe jetzt gerade bei mir daheim in meinem Stimmkreis zum Thema gehabt.
00:06:24: Medikamentenabhängigkeit also Tabletten die vertickt werden Schmerzmittel Antidepressiva und andere Medikamente ist es ein zunehmendes Thema.
00:06:35: Also man denkt ja heute an Kokain, an Heroin, an Cannabis natürlich da muss man auch noch kurz darüber reden.
00:06:40: aber sind Medikmente tatsächlich einen Markt der jetzt entsteht oder immer schon da war?
00:06:45: Also es wird immer mehr zum Thema und etwas, was vielleicht eine Zeit lang unter dem Radar gelaufen ist.
00:06:51: Erst mal werden solche Benzodiazepine-Untilidien schon in der Musik von Influencern im sozialen Medien beworben, dass das toll ist die einzunehmen.
00:07:04: Wir sehen aber auch immer mehr, dass es an der Partyszene ankommt.
00:07:08: Und da machen wir uns schon Sorgen, dass da Jugendliche an Hochpotente gefährliche Stoffe herangeführt werden und das als cool empfunden wird.
00:07:19: Wir haben leider in Deutschland keine guten Daten dazu, wir sind jetzt gerade dabei eine neue Studie auf dem Weg zu bringen dass wir diese Daten mal erfassen, dass wir verstehen was gibt es eigentlich für Medikamentenabhängigkeit in Deutschland?
00:07:32: Gerade bei Jugendlichen und wo müssen wir ansetzen?
00:07:35: Wo bekommen die überhaupt die Medikamente her und wo können wir gegensteuern?
00:07:40: Jetzt komme ich mal zum Thema Cannabis, das war ja in meiner Zeit auch noch ein Thema über einen vehement gegen die Legalisierung von Cannabis.
00:07:47: Auch die Frage wie man das kontrolliert wird es überhaupt nicht laufen kann?
00:07:51: Wie geht's denn mit dem Thema weiter Evaluierung?
00:07:54: Kann man es wieder rückgängig machen?
00:07:56: Wie ist denn deine Position zu diesem Bereich?
00:07:59: Erstmal gibt es ein Parteitagsbeschluss dass die Teillegalisierung zurückgedreht werden sollte.
00:08:06: Dazu gehört aber auch, dass im Koalitionsvertrag drin steht.
00:08:11: Dass wir uns die Evaluierung erst mal anschauen, eben diese Eco-Kannenberichte wie die heißen.
00:08:17: Was sehen wir bisher seit der Teillegalisierung?
00:08:20: Auf der einen Seite sehen wir keinen besonderen Anstieg an der Benutzung von Cannabis also es gibt nicht einen deutlichen Anstiege mehr Benutzern.
00:08:30: in den letzten drei Jahren ist es um ein Prozent angestiegen.
00:08:33: Das war's aber vorher auch schon so einen Trend, dem man gesehen hat.
00:08:37: Wir haben aber das Problem dass durch die Besitzmenge von fünfzwanzig Gramm wir es im Grunde den Dealern leicht gemacht haben nämlich die Polizei.
00:08:47: das berichtet die Polizei, das berichtet das LKA und BKA, wir haben zum Grund hier einen Freiraum geschaffen in diesem Bereich zu dienen.
00:08:55: Wir sehen auch immer mehr, dass der Graumarkt, was eigentlich Schwarzmarkt ist.
00:08:59: Aber das Weitergabe untereinander auch enorm zugenommen hat und ... Das, was man erreichen wollte, dass schwarzmark zurückgedrängt wird?
00:09:08: Das hat man eben nicht erreicht.
00:09:09: Und wir sehen eine Verschiebung im Medizinalkannabis.
00:09:12: Wir haben einen Importzuwachs auf zu zweihundert Tonnen von acht Tonnen.
00:09:18: Da müssen wir gegensteuern.
00:09:20: Darum sage ich das so ein bisschen mit einer Einschränkung Wir haben in Deutschland eben auch fünf Millionen Erwachsene, die regelmäßig Cannabis konsumieren.
00:09:28: Und da so zwischen Legalität und Illegalität hin- und herzupendeln, dann müssen wir eben auch vorsichtig sein.
00:09:33: Ich glaube, wir müssen nachschärfen, wir müssten da auch deutlich werden, wir mussten auch deutlichere Linien fahren gerade auch im Bereich vom Jugendschutz.
00:09:41: aber wir müssen auch die Realität zumindest anerkennen dass wir doch viele haben wie die Cannabis benutzen.
00:09:49: Aber es ist tatsächlich so, ich kann mich an diese Diskussion noch erinnern.
00:09:52: Ja auch mit Karl Lauterbach damals in dieser Frage eben was wir wirklich erreichen wollen schwarzmarkt ausdrocknen entkriminalisieren das geht ja bis in die frage des verkehrs rein.
00:10:02: was passiert im straßenverkehr?
00:10:04: wie kann ich überhaupt kontrollieren.
00:10:06: also da sind ja viele dinge tatsächlich nicht gut gelöst und haben das Ergebnis nicht erreicht was man angestrebt hat.
00:10:12: also insofern muss man glaube ich schon konsequent auch nochmal schauen wie man jetzt da weitergeht.
00:10:18: Er hatte auch vor kurzem mal ein Gespräch zum Thema neue Psychosen, die entstehen können.
00:10:24: Die dann ja auch wieder einzahlen auf die Frage unser System ist eh schon überlastet.
00:10:27: Psychotherapie gerade ja ganz großes Thema auch draußen.
00:10:31: zu wenig Therapeuten, Honorarkürzungen das sind ja auch Dinge, die da wieder eine Querverbindung haben in dem Bereich rein.
00:10:38: Ich bin ja voll einer Meinung dass wir an dieses Gesetz ran müssen.
00:10:42: ich fände sträflich wenn was liegen lassen.
00:10:44: Wir müssen nur sehen wie wir dass auch in der Koalition hinbekommen.
00:10:49: Weil ich glaube, es ist kein Geheimnis das die SPD da ein bisschen anders zu steht und zumindest glaube ich sollten wir... Es gibt ein paar Punkte wo wir wirklich alle von profitieren.
00:11:02: Auch die SPD von profitiert würde wenn wir da dran gehen.
00:11:05: Das ist einmal die Besitzmenge.
00:11:07: Es macht unseren Ordnungsbehörden einfach schwierig damit umzugehen.
00:11:10: Das ist der Jugendschutz.
00:11:12: Wir wollen allen besseren Jugendschutz.
00:11:14: Der ist aber enorm eingebrochen.
00:11:16: Und der dritte Punkt ist, dass die Strafverfolgungsbehörden einfach mit diesem Gesamtkonstrukt im Moment nicht gut arbeiten können.
00:11:26: Also Eigenbedarf, Größe, die Besitzmenge und Straf Verfolgung und Jugendschutz – das ist zumindest etwas wie wir irgendwie ran gehen müssen.
00:11:36: Lass uns mal über ein anderes Thema noch sprechen, das bei uns in Bayern auch wieder immer kommt in den Großstädten dieses Thema Drogen-Konsumräume.
00:11:44: Da haben wir auch ein Spannungsfeld ins Innenministerium, Justizministerium und Gesundheitsministerium.
00:11:49: Ich bin da auch sehr skeptisch, habe aber dieses Nürnberger Modellkennen gelernt mit einer Klinik als Pilotprojekt mit sehr engmaschiger Begleitung.
00:11:57: Wie siehst du denn diese Themen?
00:11:59: Auf der einen Seite will man ja das nicht irgendwie konservieren diesen Drogengebrauch sondern will helfen auf der anderen Seite ist eine Szene dar die man wahrscheinlich irgendwie trotzdem begleiten muss.
00:12:11: Das ist auch ein spannungsfeld.
00:12:13: Ja, also in meiner Aufgabe gehe ich natürlich durch viele unterschiedliche Suchthilfen.
00:12:18: Durch viele Drogenkonsumbräume deutschlandweit und Also ich kann die unterschiedlichen Sichtweisen auch verstehen um das erstmal vorweg zu sagen.
00:12:28: aber man hat eben in den Städten eine Drogenszene Und die Frage ist wenn man jetzt dass einfach passieren lässt dann sammeln die sich an Park Bahnhof oder ähnlichen.
00:12:43: da fühlen sich einige Anwohner zurecht vielleicht dran gestört.
00:12:46: Es ist aber noch schlimmer, die konsumieren ohne Aufsicht.
00:12:50: also die nehmen gefährliche zum Teil tödliche Substanzen ein an denen sie verstärben können und es kommt zum Rettungswagen Einsatz und das sind gut und gerne zehn Leute beschäftigt um das Leben zu retten.
00:13:05: in einem Drogenkonsumraum wird unter auf Sicht konsumiert.
00:13:09: Da wird nichts verharmlost Gar nicht.
00:13:11: Da wird zum Teil eben auch noch einige machen, auch Alkoholtests vorher, dass da nicht zu einer Art Depression in der Kombination kommt.
00:13:20: aber da wird unter Ausdicht konsumiert und dadurch wenn es zum Zwischenfall kommt ist direkt jemand da um einen Notfall zu vermeiden.
00:13:31: Es löst die Leute nicht aus dem Konsum raus Aber sie haben ein Ansprechpartner Sie haben einen Kontakt zur Suchthilfe Der schafft das die Leute dann vielleicht doch einen Weg einschlagen, um von den Drogen wieder wegzukommen.
00:13:43: Also es ist zum Teil in vielen Städten die einzige Anbindung in das Suchthilfesystem und das funktioniert und daher ist es etwas, wo viele Städte auch von profitieren.
00:13:55: aber man muss aufsagen, es löst natürlich das Drogenproblem nicht, aber es vermindert den Schaden der durch die Drogen
00:14:02: entsteht.".
00:14:04: Auch interessant, was du vorhin gesagt hast.
00:14:06: Es hat mir allerdings auch einen Arzt gesagt, wenn wirklich etwas passiert, dass da unglaublich viel gebunden ist an Rettungsdienste und Personal die sich um den kümmern müssen, die tatsächlich an anderer Stelle dann fehlen.
00:14:17: also das war mir geil so bewusst.
00:14:20: Das ist nur ein Aspekt dieser ganzen Thematik aber trotzdem eigentlich ein ganz wichtiger.
00:14:25: Ja in den Drogenkonsumrafen sind ja häufig Krankenschwesterpfleger worum es sich handelt.
00:14:32: Häufig kommt das eben zum Atemdepression, also dass sie nicht mehr atmen oder keinen Sauerstoff bekommen und die haben alles da vor Ort.
00:14:40: Die haben auch das Gegenmittel, das Nalloxon vor Ort... Also Bonn hat selber z.B.
00:14:47: auch einen Drogenkonsumraum, einen Kleineren aber die haben letztes Jahr über sechzig Menschen das Leben dargerettet.
00:14:53: Erst mal kurz zum Thema Substitution noch kommen.
00:14:57: mit Tadon zum Beispiel Das Problem, dass man immer weniger Ärzte findet, die Substitutionen machen.
00:15:04: Ist das ein Thema, das deutschlandweit wahrscheinlich der Fall ist oder?
00:15:08: Das ist in der Tat ein Problem.
00:15:09: Das hat im Übrigen auch der Bundesrechnungshof sich mit beschäftigt und angemerkt, dass es zu wenig Substitutionsärzte geht und auch insgesamt die Bereitschafts-Substitution von medizinischem Personal zurückgeht.
00:15:26: Wir versuchen hier Hürden auch abzubauen, indem wir das Betäubungsmittelgesetz versuchen zu entbürokratisieren.
00:15:35: Es gibt auch neuere Substanzen, die wir gerne in Deutschland mehr in die Breite bringen wollen wie zum Beispiel eine Depotspritze wo alle drei Monate ein Buprenorphin-Depot gegeben wird was so nach und nach immer durch Droge abgebt.
00:15:52: Das gibt den Patienten den Sucht erkranken, die Möglichkeit wieder auch einen Job nachzugehen.
00:15:59: Und da kommt dann wieder so eine Sozialisierung rein, dass sie dann ja wieder am normalen Leben teilhaben können und nicht nur auf dieses Verlangen oder stillende Suchtschielen.
00:16:12: Danke!
00:16:12: Jetzt will ich zum Ende unseres Gesprächs nochmal zwei kurze Themen auch mit ansprechen.
00:16:18: Das eine ist z.B.
00:16:19: legale Drogen in Anführungszeichen Thema TAPAC.
00:16:22: Ich war selber starker Raucher vor fünfzehn, sechzehn Jahren aufgehört zu rauchen.
00:16:28: Wir beide haben uns jetzt auch ausgesporen die Tabaksteuer vernünftig anzuheben um das Geld aber auch wieder einzusetzen, wohl wissen da Steuern ja nicht weggebunden sind, aber trotzdem Haushaltsmittel freimachen?
00:16:40: Wie sitzt denn im Moment mit diesem Bereich aus?
00:16:43: Ich glaube es ist schon wichtig dass wir darauf gehen weil ja auch da tatsächlich Krankheiten entstehen, die Menschen belasten und wieder im anderen System auch viel Geld kosten.
00:16:54: Und das Geld sollte aber schon dann eingesetzt werden in den Präventionsbereich, oder?
00:16:58: Also wir haben pro Jahr über hundertdreißigtausend Tuote durch das Rauchen.
00:17:06: Das ist pro Tag quasi ein... Riesenpassagierflugzeug, was abstürzt.
00:17:12: Wenn man sich das einfach nur mal vor Augen führt und wir akzeptieren es so, dass so viele Tote dadurch entstehen ... Und wir haben gesehen leider bei Jugendlichen zwischen zwölf- und siebzehn Jahren rauchen es erst ab.
00:17:24: achtzehn erlaubt einen deutlichen Anstieg im Konsum.
00:17:28: Das liegt eben an diesen neuen Produkten wie den Vapes.
00:17:31: Und höhere Preise bringen jetzt nicht unbedingt die Raucher davon weg mit einem oder dazu mit Rauchen aufzuhören.
00:17:41: Das ist sechs bis acht Prozent bei zwanzigprozentiger Erhöhung der Tabaksteuer, also Pimal-Daumen.
00:17:48: Aber Jugendliche fangen gar nicht erst an, weil denen das zu teuer ist.
00:17:51: Die können das sich vom Taschengeld nicht mehr leisten und da ist eigentlich der Hebel.
00:17:55: Und ja ich denke schon dass eine Erhörung der Tabakssteuer schon dazu genutzt werden sollte Prävention, Frühinterventionsprogramme und ähnliches zu gehen.
00:18:05: Das kommt allen zugute wenn man sich alleine die Kosten, die Tabak pro Jahr in Deutschland verursacht vor Augen führt.
00:18:12: das sind dreißig Milliarden Euro kosten direkt im Gesundheitswesen.
00:18:16: Und wenn man diese Zahl nur reduziert das hat schon wahnsinniger Gewinn.
00:18:21: Und wir haben indirekte Kosten übrigens von sieben, sechzig Milliarden Volkswirtschaftlichen Kosten pro Jahr.
00:18:26: Also fast hundert Milliarden durchrauchen da konnte es schon zu einer Umlage kommen also nach dem Verursacherprinzip dass die diese Kosten verursachen sich dann auch mehr daran beteiligen.
00:18:36: Jetzt haben wir viel über Druck gesprochen.
00:18:38: Es gibt ja auch andere Süchte noch.
00:18:40: dieses Thema Social Media Diese Abhängigkeit im Hinblick auf eine Schule ... war ganz interessant, hundert Schülerinnen und Schülern.
00:18:47: Da hat der Lehrer dann gefragt, seit er eigentlich dafür das zum Beispiel im Social Media-Verbot gibt, da waren fast alle Finger oben.
00:18:53: Also es waren nur wenige die gesagt haben und dann hat er gefragt, habt ihr schon mal schlechte Erfahrungen gemacht mit Social Media?
00:18:59: Haben auch viele sich gemeldet... Und das ist ja auch eine Art Sucht.
00:19:02: oder beschäftigst du dich mit diesen Themen auch?
00:19:05: Ja sehr sogar!
00:19:06: Die ganze Medien Sucht ist schon für uns ein ganz großes Thema im Moment.
00:19:13: zum Teil zurückzuführen auf die Corona-Pandemie.
00:19:16: In der Corona- Pandemie haben wir den Kindern gesagt, geht auf soziale Distanz und viele wurden es in den virtuellen Raum verlegt ... Wir sind seitdem nicht auf das präpandemische Niveau zurückgekehrt.
00:19:27: Es kam wirklich einen deutlichen Anstieg.
00:19:30: Jedes vierte Kind hatten riskantes Medienverhalten.
00:19:33: Das ist schon gewaltig.
00:19:34: Das sind eins Komma drei Millionen Kinder in Deutschland.
00:19:38: Und natürlich ist ein reines Verbot jetzt auch zu einfach.
00:19:45: Wir wollen ja eine digitale Teilhabe, die sollen ja auch lernen wie man damit umgeht.
00:19:49: nur da auch eine Risikostratifizierung drin zu haben das nicht jeder Inhalt, nicht jeder Mechanismus ist gut für Kinder und Jugendliche.
00:19:59: Und da ein wirklich differenzierten Alters Verifikation zu haben also dass man einen bestimmten ... Alter bestimmte Inhalte freigibt, wie beim Kino.
00:20:12: Ich glaube das ist auch in Medien wirklich ein wichtiger Schritt.
00:20:16: Jetzt hast du noch mal die Corona-Pandemie ein Stück weit mitgenommen?
00:20:20: Noch einmal privat weil du hast mir einen Buch!
00:20:24: geschenkt.
00:20:25: Kann ich mich noch gut erinnern, nach den Koalitionsfahren?
00:20:28: Du hast ja eine Geschichte geschrieben ein Thriller über die Corona-Pandemie.
00:20:31: Erzähl mal ein bisschen ... Wie kam das dazu?
00:20:34: Es haben ja viele Bücher geschrieben!
00:20:36: Jens Spahn hat eines geschrieben, Kollegen aus Österreich der Gesundheitsminister und du hast einen Thriller geschrieben.
00:20:41: Ja, das hatte ich aber vorher schon angefangen.
00:20:44: Und da sind dann natürlich dann Aspekte von Corona reingeflossen.
00:20:51: Das war immer eigentlich mein Anliegen ... zu erzählen,
00:20:55: wie...
00:20:56: Also eigentlich diese Schattenseiten der Wissenschaft.
00:20:59: Was die negativen Folgen oder wie negative Umgang in der Wissenschaft ist.
00:21:05: Also wieder auch um Konkurrenzkämpfe und ähnliches geht.
00:21:09: Und darum geht es eigentlich in dem Buch.
00:21:11: aber mit der Pandemie im Nacken war das dann natürlich ein sehr gutes Thema das auch mitzunehmen.
00:21:18: Sag mal was ist das als Wissenschaftler in der Politik zu landen?
00:21:21: War das schwierig?
00:21:22: War dies für dich Neu?
00:21:25: Ja klar, natürlich war es neu.
00:21:26: Aber... Es macht unheimlich Spaß und mir macht das auch Spaß so die wissenschaftlichen Aspekte da reinzunehmen.
00:21:34: Hört
00:21:34: die Politik auf evidenzbasierte Meinung?
00:21:37: Ja und nein!
00:21:38: Also wenn's passt dann ja.
00:21:42: Nein aber also mir macht es schon Spaß immer wieder dann eher den den wissenschaftlichem Anteil reinzubringen weil ich glaube Unter den verschiedenen Parteien kann man unterschiedliche Meinungen haben.
00:21:52: Aber wenn man doch mal mit den Fakten konfrontiert, dann kann man in vielen Bereichen vielleicht doch eine Einigung erzielen, weil man einfach sieht was die Probleme in echt sind ohne dass man erstmal auf die Ideologie schaut.
00:22:07: und das glaube ich, das kann man zum Beispiel bei Cannabis als gutes Beispiel zeigen.
00:22:11: Da gibt es ja sehr ideologische Vorstellungen wie man damit umgehen soll Und wenn man erst mal über die Fakten da redet, dann haben vielleicht alle auch den gleichen Zugang.
00:22:20: Also ich finde du machst auf jeden Fall einen tollen Job.
00:22:22: Danke!
00:22:22: Ich finde
00:22:23: das klasse und wünsche dir weiter viel Erfolg.
00:22:26: Das ist absolut notwendig, dass wir da auf dem Thema drauf bleiben und bedanke mich sehr herzlich fürs Gespräch.
00:22:31: Ja, sehr gerne.
00:22:32: Danke.
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