"Frag nach" - Folge 23 mit Prof. Dr. Bernhard Meyer
Shownotes
In der neuen Folge von „Frag nach“ spricht Klaus Holetschek mit Prof. Dr. Bernhard Meyer, Direktor der Neurochirurgie am TUM Klinikum Rechts der Isar.
Sein Team forscht in München an Brain-Computer-Interfaces – also an Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer. Ziel ist es, Menschen mit schwerer Lähmung oder Sprachverlust neue Möglichkeiten zu eröffnen. Bei einem querschnittsgelähmten Patienten gelingt es bereits, einen Computer-Cursor allein über Hirnsignale zu steuern.
Im Gespräch geht es darum, was medizinisch heute schon möglich ist, wo Chancen und Grenzen dieser Technologie liegen – und warum Bayern bei solchen Zukunftstechnologien vorne mitspielen muss, mit technologischer Souveränität und klaren ethischen Leitplanken.
#Zukunft #BrainComputerInterface #TUM #Medizintechnik #Podcast
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00:00:00: Ich freue mich sehr, dass heute Professor Meyer bei uns ist Direktor an der Polyklinik und Klinik der TUM für Neuroschirurgie.
00:00:08: Und ich durfte ja Sie schon mal besuchen an der Klinique und damals war ich begeistert von einem Thema das man in ein menschliches Gehirn einen Chip einsetzen kann, der es vielleicht ermöglicht, das Querschnittsgelähmte wieder bestimmte Funktionen ausüben können.
00:00:29: Dieses Thema Brain-Maschine ist eines der tatsächlich faszinierenden Wirkungen hat, vielleicht können Sie ein bisschen was über dieses Projekt erzählen?
00:00:39: Sie sind ja eine der führenden Neuroschirurgen, eine Kapazität auf dem Gebiet das darf man wirklich mit Fug und Richt sagen und wir dürfen uns glaube ich glücklich schätzen dass wir so jemand auch hier haben in Bayern und vielleicht schildern sie mal was da im Moment läuft in diesem Projekt.
00:00:57: Vielen Dank für die Einladung das erste Mal.
00:00:58: Ich bin natürlich sehr gerne hier, allein aus dem Grund weil ich ihre Unterstützung natürlich sehr zu schätzen weiß.
00:01:08: Das ist Thema Brain-Machine, Interfaces auf Neudeutsch ist etwas was ja nicht ganz neu ist.
00:01:15: Es gibt es seit ungefähr zwanzig Jahren.
00:01:17: da ist es anfänglich in Tieren gemacht worden und dann aber schon vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal beim Menschen und ich kenne jemand sehr gut das macht dort in USA natürlich wie immer und bin dann auf die Idee gekommen dass mich das interessiert ohne zu wissen was jetzt passiert ist und es hat natürlich so ein bisschen vor sich hingedümpelt.
00:01:38: Und jetzt, wenn wir es versuchen bleiben zu erklären.
00:01:40: Unser Gehirn ist ja nichts anderes als elektrische Aktivität aufgrund von chemischen Vorgängen und das können Sie natürlich – nun weiß man schon lange – abgreifen.
00:01:51: Jeder kennt glaube ich einen EEG-Gerät und wenn sie das Ganze verfeinern und dann Elektroden direkt in das Gehirnt stecken, dann haben sie natürlich viel höhere Genauigkeit und Auflösung.
00:02:06: Chip oder wie immer sie es nennen wollen, bis vor drei vier Jahren hat sich das langsam entwickelt und der einzige Grund warum es jetzt sozusagen einen mehr als exponentiellen Zuwachs gibt ist da der weil die generativen künstlichen Intelligenzen da sind.
00:02:25: Die aber milliarden Informationen die sie bekommen wenn sie mit der Hand auslesen dass diese Jahre beschäftigt und kommen nicht viel weiter Millionen bis hundert Millionen fach beschleunigt und das ist der Grund, warum auch alle so interessiert sind.
00:02:40: Weil jetzt funktioniert es Und Es gibt natürlich immer noch Skeptiker dass es funktioniert.
00:02:46: aber das halte ich für wenn man das Gesamtbild anschaut Nicht besonders intelligent weil es kann nicht sein Dass sich sowohl auf der einen Seite Sehr sehr reiche erfolgreiche leute auf der anderen seite eine nicht gerade dumme oder uneinsehbare staatsmacht im kina das gesamte Militär und die Forschung jetzt auch, die Akademische dafür interessiert.
00:03:09: Wenn es nicht das Potenzial hätte, dass ist eine der, auf Neulich sagt man, disruptivsten Ereignisse sein wird, die die Gesellschaft erfahren wird.
00:03:22: Die Patientenversorgung wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten fünf Jahre beginnen.
00:03:29: bis jetzt sind wir am Bereich der Grundlagenforschung Und dann wird es ihnen die Patientenversorgung integriert werden.
00:03:35: In den fünfzehn Jahren von jetzt ist es selbstverständlich, da geht's nur darum dass man eine Methode verfeinert und der ultimative Schritt ist er schon angekündigt das es denn außerhalb der Grenzen der Patientenversorgen gehen wird.
00:03:48: Human Enhancement Das ist wahrscheinlich der ethisch kompliziertes Schritt.
00:03:55: Ich bin ja auch nur Teil der Gesellschaft allerdings bin ich natürlich ein Türöffner dafür.
00:03:59: deswegen mahne ich immer an, dass man sich jetzt schon damit beschäftigt mit dem Thema.
00:04:05: Sie haben ja da auch eine Forschungsallianz auf den Weg gebracht also glaube ich auch Dinge konzentriert.
00:04:10: damit wird er auch dem Anspruch gerecht werden führend zu sein und sie haben jetzt auch Begriffe verwendet die im Moment auch öfters kommen.
00:04:19: das Thema KI Beschäftigte Menschen ist ja faszinierend gerade in der Medizin auch glaube ich eines der großen Themen.
00:04:26: auf der anderen Seite haben sie auch beschrieben so ein bisschen, was möglicherweise nicht so faszinierend ist.
00:04:34: Sondern eher auch ein bisschen einem Angst machen kann wenn man überlegt dass das Gehirn und eine Cloud möglicherweise gleichgesetzt werden und was da alles passieren kann.
00:04:47: vielleicht beschreiben Sie das nochmal ein bisschen.
00:04:50: also es ist mit Sicherheit so das was mögliches wird auch gemacht werden Und deswegen macht es mir in erster Linie Sorge, wenn es auf eine nicht gesellschaftlich und ethisch kontrollierte Weise passiert.
00:05:06: Sei es in einem Staat der Speckkontrollierpreis, sei es im hyperkapitalistischen Markt.
00:05:15: Deswegen ist es so... Wir sind halt jetzt ein bisschen zufrieden mit ein bisschen Glück in Europa.
00:05:22: diejenigen, die führend
00:05:23: sind.
00:05:25: Ich glaube, die Position lässt sich jetzt auch nicht nur gut verteidigen sondern halten.
00:05:30: Wir hatten uns ja vor ein paar Monaten unterhalten da war ich noch etwas skeptischer.
00:05:34: aber durch den großen Zulauf, den wir haben sowohl von Zeiten von anderen akademischen Institutionen als auch von Zeiten der Industrie aber auch eben das ist extrem wichtig von Menschen wie Ihnen die Entscheidungen treffen und tragen, weil ohne die Unterstützung funktioniert es nicht.
00:05:55: Ich glaube das ist wichtig dass man deswegen habe ich diese Forschungsallianz auch bewusst so aufgesetzt dass ich weder abhängig bin von einer sagen wir mal medizin technologischen Unternehmen noch die Daten in deren Hoheit sind dass ich grundsätzlich, wir haben ein sehr prominentes Institut für Ethik und der stellvertretende Leiter ist ja der Europaexperte für invasive Neurotechnologien.
00:06:30: Der ist Kernmitglied dieser Forschungsallianz so das ich mich glaube ich zumindest auf meiner Einschätzung ist natürlich subjektiv auf einem sehr sehr sicheren Boden bewege.
00:06:45: und der Grund warum Trotzdem darauf hinweise, dass es beängstigende Dinge geben könnte ist weil man sich jetzt damit beschäftigen muss und deswegen vorne dran bevor die Entwicklung einen überrollt.
00:07:03: Und das ist ja ein gesellschaftliches Thema und ich finde in Europa was halt nun mal das Zentrum aus meiner Sicht geistig freien Länder ist, muss dort eine Führungsrolle entstehen die die anderen kontakariert zumindest.
00:07:29: Jetzt haben Sie einen Satz gesagt was möglich ist wird auch gemacht werden?
00:07:35: Die Frage jetzt auch eine Entwicklung zu gestalten bevor man sie möglicherweise erleidet weil sie sowieso kommen wird.
00:07:42: aber wo sehen Die Grenzen, also ich habe mal eine Stellung an das Ethikrats gelesen zum Thema KI.
00:07:49: Die fand ich tatsächlich ganz gut, trifft auch ein bisschen das was in der Entzüglichkeit vom Papst so ein bissel drin ist dass die KI die Handlungsspielräume des Menschen erweitern muss aber die letzte Verantwortung muss dann wieder beim Menschen sein.
00:08:03: Das ist glaube ich so ne Linie oder wie würden Sie es definiert?
00:08:07: Absolut, das ist die Linie.
00:08:08: Aber deswegen mahne ich es immer an man muss sich damit beschäftigen weil sonst kann man keine Kontrolle drüber haben.
00:08:14: Es begann ja alles damit dass ein großer gesellschaftlicher Aufschrei war als JETGPT ganz banal also die erste generative KI oder large language model wie das heißt auf den Markt kamen.
00:08:25: da haben Länder und Regierungen ganz unterschiedliche Regien in Italien sollte es verbunden werden für sechs Monate in der Entschuldigung naiven Vorstellung dass man etwas aufhalten kann was jeder haben will.
00:08:37: Und es ist natürlich so gekommen.
00:08:40: Was man sieht, das ist tatsächlich eine massive Unterbrechung des Gewohnen, des Alltags beruflich wie privat und die Gesellschaft trifft aufeinander zwischen denen, die sich damit beschäftigen und denen, sie sich nicht damit beschäftige.
00:08:59: Das ist unabhängig vom Bildungsgrad vom sozialen Status.
00:09:05: Sie können auf allen Ebenen, von größten Akademiker bis zum ganz normalen, sagen wir mal mit weniger allgemeiner oder sonstigen Bildung ausgestatteten Menschen sehen.
00:09:18: Es gibt immer die, die das anwenden, die es schlauer anwänden.
00:09:22: aber wenn sie schlauern wenden dann haben sie auch Kontrolle drüber und es gibt's auf allen Emeln und da geht eine Schere auseinander entscheidende sein wird.
00:09:36: Weil es gibt Menschen, ich glaube es sind wenige die dann nach hinten wegfallen und deswegen das oberste.
00:09:44: dass der Mensch die KI genau wie alles andere was es gibt nutzt ist genau meine Vorstellung.
00:09:52: aber was ich immer mein Zeterumzenseo ist, dass ich sage man muss sich damit auseinandersetzen.
00:09:59: wenn man sie wegduckt hat man verloren.
00:10:02: Was glauben Sie denn?
00:10:03: was möglich sein wird in der Medizin.
00:10:05: Jetzt sind Sie ja in einem Bereich, der sowieso für mich faszinierend ist.
00:10:10: Sie operieren am Gehirn, sie sind auch Spezialist für Tumore und in wirklich lebensbedrohlichen Situationen würde ich nachher gerne nochmal kurz darüber reden.
00:10:20: aber was glauben Sie denn?
00:10:21: Was tatsächlich möglich sein kann durch dieses Einsetzen dieser modernen Techniken und der KI?
00:10:29: Ganz ernsthaft glaube muss nur lange genug gehen, keine richtigen Grenzen geben wird.
00:10:36: Sie werden anfangen mit relativ bekannten und leichten Indikationen, also Erkrankungen wo heute schon die meiste Grundlagenwissenschaft drüber gemacht wird – jetzt bei einer hohen Wettenslähmung aber auch bei neurologischen Systemerkrankungen wie Der Arm überdruckt ein Lateralsklerose, wo ja auch die Bewegungsfähigkeit verloren geht.
00:10:57: Und dann wird das nächste ist der Schlaganfall mit dem Sprachverlust dazukommen.
00:11:01: Das sind so die Dinge, die wahrscheinlich am vordersten sein werden.
00:11:05: Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit wenn Sie das Augenlicht unter bestimmten Umständen verloren haben dass sie darüber auch wieder sehen können.
00:11:16: Auch da gibt es einzelnen Patienten, wo das so ist.
00:11:19: Das werden die Sachen sein, die als erstes dasein werden.
00:11:22: Relativ klar wird es die Bewegungsfähigkeit und die Wiederherstellung nicht komplett aber anfänglich zumindest eines Teils davon ob das Übersteuerung von Computern geht über diese dann auch zum Beispiel wenn sie nicht sprechen können widersprechen können mithilfe eines Avatars oder ob das über wenn Sie den Arm bewegen wollen über einen Roboterarm sogenannte Exoskelett, also praktisch eine...
00:11:47: Bis soweit dass man auch wieder spüren kann?
00:11:49: Ja das ist genau das wo sich sozusagen die besten Wettbewerber drum bemühen.
00:11:59: Sie können eine vernünftige Bewegung, wenn wir jetzt das Glas Wasser in der Hand nehmen schauen wir nicht hin sondern wir wissen beschwert es wie fest mal zudrucken dürfen und wo es hinkommt, also am Mund.
00:12:12: Da müssen Sie nicht lange drüber nachdenken, aber dafür brauchen sie ein sogenanntes haptisches als ein gefühlsmäßiges Feedback.
00:12:19: Sonst ist die Bewegung immer schwierig, weil entweder Sie zerdrücken das Glas, Sie nehmen es zu leicht und schmeißen es in die Luft oder sonst was.
00:12:27: Das heißt, Sie müssen bei einem Gelähmten nicht nur die Motorik wieder herstellen sondern Sie müssen das Gefühl wiederherstellen.
00:12:34: Und dieses System gibt es, das sind sogenannte Bi-direktionale Systeme
00:12:38: d.h.,
00:12:40: den Gedanken lesen, sondern auch Gedanken induzieren.
00:12:44: Was natürlich wieder etwas ist, was die Leute
00:12:47: ganz häufig Angst macht.
00:12:49: Das sind Entwicklungen, die auch kein Science-Fiction mehr sind.
00:12:53: Professor, von was für Zeiträumen reden wir da?
00:12:57: nicht mehr von X Jahrzehnten?
00:13:02: Bidirektionale Systeme, die das gerade in Teilen der möglichen, was ich Ihnen gerade gesagt habe, die sind praktisch in der Testung Die funktionieren auch, mag es vielleicht noch nicht ganz perfekt sein.
00:13:16: Aber das ist etwas was in spätestens... Also China hat ganz klar gesagt, zwanzig-achtundzwanzig Spätestens ist das auf dem Markt und in der Patientenversorgung.
00:13:25: New Berlin macht genau dasselbe.
00:13:27: Und wenn ich so unbescheidenerweise sagen darf, das ist auch mein Ziel.
00:13:31: Ja?
00:13:34: Und ich würde mal sagen, zwansig-dreißig ist realistisch, dass die ersten Patienten so implantiert werden.
00:13:41: Das heißt Science Fiction ist ganz weit weg.
00:13:44: Es sind ganz andere Dinge
00:13:45: und wenn ich jetzt mal politisch das nochmal auf den Punkt bringe,
00:13:51: Unterstützung,
00:13:52: Forschung – wir haben ja den Anspruch auch Innovation mit voranzubringen.
00:13:57: Das ist ja ein großes Thema für uns Wissenschaft zu unterstützen.
00:14:00: Gibt es Bereiche, wo sie sagen, da müsste man noch ein bisschen mehr drauflegen oder müsste einfacher werden?
00:14:06: Sind wir zu langwierig, zu kompliziert.
00:14:09: Da ist Amerika vielleicht einfacher Geld einzusammeln und dann auch Dinge umzusetzen?
00:14:14: Sie haben ja da wirklich einen guten Blick auf das Gesamtsystem international.
00:14:18: Wie
00:14:19: kann man das einordnen?
00:14:20: Ich sage mir das drei.
00:14:21: Das sag ich jetzt nicht weil ich hier sitze.
00:14:23: Ich persönlich sitze natürlich auf der Insel der Glücksee legen, weil ich mitten in München... und die Pragmatismus der Regierung einfach ein anderes als in anderen Bundesländern.
00:14:33: Das muss man ganz klar so sagen,
00:14:37: auch
00:14:37: natürlich im europäischen Umfeld ist das alles.
00:14:40: eine der Hauptschwierigkeiten für Europa wenn man es jetzt mal europäisch sieht ist das Problem dass die Medizinsulassung also die Zulassung von Medizinprodukten in Europa das ja sowieso unglaublich bürokratisiert ist eine Form angenommen haben Europa ins Hintertreffen geraten
00:14:59: wird, wenn sich das
00:15:00: nicht wieder das Pendel in die andere Richtung ausschlägt.
00:15:03: Weil die Amerikaner pragmatisch wie sie sind dem Prozess den Sie früher umgekehrt gemacht haben nämlich Sachen in Europa testen lassen und dann über die FDA zulassen also die Zulangspurte der USA zulassen ist jetzt genau umgewehrt.
00:15:15: Die werden immer schneller, immer schneller und alle Firmen aus Europa gehen primär mal in die USA anlassen dort zu.
00:15:21: Das ist etwas wenn Sie das oberste Problem nehmen wollen was Europa hindert.
00:15:27: Wenn Sie es auf dieses Land und dieses Bundesland sehen wollen, da kann man sich nicht so richtig beschweren weil die Unterstützung für solche Themen ja Tradition hat.
00:15:42: also ich sage das mal eine langwierige Tradition schon und natürlich den Mut dass dann auch nicht nur ängstlich zu sehen Und der Weitblick zu sagen, das ist ganz klar ein Zukunftszema oder eines der wichtigsten natürlich nicht das Einzige.
00:16:05: Der muss halt da sein wie man dann sozusagen aus diesen Kernen wenn sie so einem Kerngebiet dann Allianzen innerhalb Deutschlands und dort als führende Rolle innerhalb Europas zusammenbringt habe ich zwar Vorstellungen beginne auch schon sozusagen diese Allianzen zu schmieden, weil ich allein kann das ja nicht.
00:16:34: Einfach meine Zeit und alles ist begrenzt, sondern auch die meiner Mitarbeiter und die Komplexität des Themas erfordert es dass sozusagen woanders genau das Gleiche gemacht wird natürlich ohne dass der ewig lange Vorlauf mehr als zehn Jahre da verbracht notwendig ist.
00:16:52: und dazu bin ich bereit sozusagen auf der einen Seite etwas altruistisch.
00:16:59: Andere Kollegen, die das machen wollen zu unterstützen bin ich gerade dabei, dass sie solche Professoren einrichten und das Gleiche machen.
00:17:06: natürlich kann ich auch ganz offen zugeben es ist auch nicht unaltruistische weil da ist natürlich der TU und dem Klinikum und wenn sie wollen mir die führende Position erhalte.
00:17:20: aber wie man so sagt tit for tat.
00:17:24: jetzt vielleicht noch mal zum Thema, weil das ja faszinierend ist Neurochirurg also um Gehirn zu operieren.
00:17:34: Es ist schon was Besonderes für sie wahrscheinlich nach den Jahren die Sie jetzt es tun nicht mehr so.
00:17:40: aber ich stelle mir das tatsächlich als etwas was ja ganz präzise sein muss und genau und tatsächlich einen Bereich betrifft Wirklich auch nicht nur faszinierend, sondern auch sehr komplex vor.
00:17:55: Ist für Sie so eine Operation inzwischen?
00:17:58: Routine wahrscheinlich nicht oder jede Operation ist wieder etwas Neuer seine neue Herausforderung.
00:18:06: Ich weiß die Antwort enttäuscht nicht mehr.
00:18:08: Es ist nicht mehr dass man eine Herausforderung vorkommt.
00:18:10: das Ganz ganz selten aber es sehe ich im voraus.
00:18:16: Aber ich habe jetzt fünfundzwanzigtausend Operationen hinter mir schon seit acht und dreißig Jahren.
00:18:21: Ich mache ja pro Jahr fast tausend Eingriffe.
00:18:25: Es ist natürlich in Volumen, dass andere Leute nicht haben weil die größere Klinik das auch gar nicht hergibt und ich mach hier überwiegend hochkomplexe Sachen.
00:18:35: Auf der anderen Seite müssen sie auch von meinem Vater mein Papier gebracht habe, er war auch Kirurg, als normaler Kirurg.
00:18:41: Er hat gesagt wenn man sich als Kirurg selbst überhöht, hat man schon verloren.
00:18:46: Viele meiner Kollegen tragen gerne nach außen das Neurokirurgie.
00:18:49: was ganz besonders ist Das können nur ganz wenige.
00:18:54: Das ist nichts, was sie von mir hören werden.
00:18:57: Sie können es wenn jemand begabt und resilient genug ist gegenüber sich selbst auch nicht viel Mitleid hat das Lernen Und auch ausführen.
00:19:13: Es gibt allerdings einen großen Unterschied zu einem Teil der anderen cheroerischen Fächer.
00:19:20: Es ist die Unberechenbarkeit der Ereignisse, die bei einer Operation auf sie zukommen.
00:19:28: Und wenn ich jetzt sage das es nur noch ganz wenige Dinge gibt, die ich aus Herausforderung sehe, ist weil ich schon so viele dieser Unwegbarkeiten hunderttausendfach pro Operation passiert in mehr als hundertmal gesehen habe dass es eben mutini geworden ist.
00:19:45: allerdings ist das natürlich auch ein großer Vorteil für die Patienten.
00:19:50: ganz aufgeregt in den nächsten Fall gehen würde, dann glaube ich wäre der falsche Mann am falschen Ort.
00:19:57: Insofern eine gewisse innere Ruhe und Gelassenheiten-Routine und auch nicht diese Selbstüberhöhung sorgt dafür, dass nicht alle aber die Mehrheit der Operationen halt gelingen.
00:20:09: Aber wie gesagt, menschliche Gehirn ist so heterogen, also gar zu viele Sachen sind auf so keinen Raum zusammen unter den besten aller Umständen eben Fehler machen kann.
00:20:22: Das muss man nur vorher auch kommunizieren, man weiß ja was auf einen Blöder bei dem Patienten zukommt.
00:20:28: Aber wenn ich das so sagen darf, dass was Sie jetzt gerade geschildert haben ist glaube ich auch etwas was dem Patienten gut tut, dass er jemand gegenüber sitzt der Vertrauen ausstrahlt, der ihm auch Zuversicht gibt die glaubt Viele dieser Patientinnen und Patienten sind ja in einer absoluten Ausnahmesituation, inklusive Angehörige wahrscheinlich.
00:20:47: Die dann sagen wenn so ein Arzt da ist mit dieser Erfahrung aber auch diese Ruhe das ist etwas auch in der Vorbereitung auf eine OP was ganz wichtig ist wahrscheinlich?
00:20:57: Ja es ist eminentwichtig dass man Patienten mal Zuversicht gibt und Vertrauen gibt obwohl sie bereits wissen dass sie etwas sehr gefährliches und vielleicht auch nicht heilbares haben.
00:21:08: viele kommen ja schon mit dem vorwissen ist trotzdem extrem wichtig.
00:21:14: Ich bin ja nicht, sozusagen jemand der Primavista von allen jetzt als netter Kall und immer freundlich gesehen wird aber ich nehme mir immer wenn jemand ein echtes Problem hat die Zeit nehmen das Vertrauen zu geben dass er zumindest weiß naja vielleicht ist es so aber das kriegt dahin und ich glaube das ist wichtig.
00:21:35: aber auch das Gefühl dass ich das ernst nehme, ist wichtig.
00:21:39: Und ich sehe ja die unterschiedlichen Krankheitsbilder.
00:21:41: Wir sind auch Bandscheibenprofälle noch... Ich weiß es ist für denjenigen, wir betroffen jetzt auch eine schlimme Sache
00:21:47: absolut!
00:21:48: Aber das ist natürlich im Vergleich zu dem wenn sie einen unheilbaren Gehirntoma an einer Stelle haben wie maximal schwierig zu operieren ist nichts.
00:21:57: Ich weiß schon, dass ich mit den Bandscheimprofen nicht so sagen kann aber der braucht etwas weniger Zuwendung.
00:22:04: Der braucht sozusagen mal die Zufersicht, er hat ein Punkt Der andere braucht eine ganz viel tiefere Zuversicht und dem zuvor auch Vertrauen.
00:22:15: Und deswegen, weil meine Zeit ja auch begrenzt ist, ich habe nur vierundzwanzig Stunden muss sich sozusagen mein Gespräch im einen Fall etwas, sagen wir mal, kürzer halten und im anderen Fall das Gefühl geben dass mich nichts bedrängt sondern dass jetzt länger sitzen kann und mir das alles anhören kann.
00:22:38: Ich glaube, das gelingt mir mehrheitlich ganz gut und es ist eine Grundvoraussetzung dass sie in der OP gehen wo eben was passieren kann.
00:22:47: Ja ich sage aber meistens dann wenn es wirklich kritisch ist, dass dieses Risiko, dass etwas passieren kann nicht nur von mir sondern auch vom Patienten und den Angehörigen mitgetragen werden muss.
00:22:59: Wenn Sie verstanden haben warum ich das so empfehle.
00:23:06: Diese Gesprächsführung ist auch etwas, was sie dann natürlich mit Routine erlernen.
00:23:12: Wo ich noch ein paar Jahre habe, haben wir natürlich – ich bin privilegiert – die Leute vertrauen mir natürlich eher als wenn sie jetzt vierzig sind oder so aus dem Grad anfangen.
00:23:23: Am Anfang hatte ich da auch mehr Schwierigkeiten zu kämpfen.
00:23:31: Ich bin möglichst transparent, auch gegenüber meinen Kollegen.
00:23:33: Ich treffe keine isolierten Entscheidungen und es wird alle Tumorfälle werden in der TUMO kein Franz besprochen, wo alle da sind und sehen macht er korrekte und sinnvolle Sachen, macht das sehr gut, macht es dann nicht, also ich sage meine Kollegen auch... Und das hilft viel.
00:23:51: Ist das irgendwo mal ein Interview von Ihnen gesehen?
00:23:55: Wo die Frage dann kam, ob in dem Gehirn das ist ja das Zentrum des Denkens.
00:23:59: Ob da die Seele auch sitzt oder sind es noch Themen, die einen selber als Mediziner beschäftigen?
00:24:07: Wo man sagt, es gibt ja vielleicht eine höhere Instanz, auch wenn man tatsächlich der ist an so einer Stelle mit höchster Präzision und mit Werkzeugen, auch mit Diagnosemöglichkeiten arbeitet Hat man dann auch das Gefühl, da ist trotzdem irgendwo was, was eine höhere Instanz ist die den Menschen ja begleitet oder die da ist?
00:24:30: Also ich kann nur für mich sprechen.
00:24:35: Ich betrachte es nicht aus dem beruflichen Perspektive heraus als Arzt sondern als Mensch weil es eine philosophische Frage ist und ich mir natürlich tatsächlich die Frage stelle ob was ich da jeden Tag vor mir sehe, also sprich einfach eine elektrische Aktivität die sich verteilt und unterschiedliche Muster aufweist ob das tatsächlich ist was uns ausmacht.
00:25:01: Also sprich auch die Seele.
00:25:02: Die Seele ist ja ein Begriff der auch philosophisch schwer zu erhalten ist und ich komme nicht auf eine für mich abschließende Bewertung.
00:25:16: und deswegen vielleicht auch von meiner Herkunft her denke ich, es gibt etwas Höheres.
00:25:24: Ganz allgemein.
00:25:26: Wie Sie das dann ausdrücken für sich selber?
00:25:31: Ich bin Katholik insofern ist es relativ eindeutig.
00:25:35: Das ist unterschiedlich so ganz sagen wir mal so einerseits wenn ich es als Arzt betrachte und wenn ich jetzt die Forschung mache oder sonst denken wir, ja das muss es sein Ja, das war es.
00:25:55: Aber als Mensch will ich's nicht akzeptieren.
00:25:59: Weil... Ich kann's mir nicht vorstellen dass es das war.
00:26:03: Irgendwas gibt es aber wie gesagt ist es vielleicht ein Wunsch.
00:26:09: Deswegen weiß ja auch nicht ob man das jetzt sozusagen als Hessen glauben sehen kann.
00:26:14: aber wenn sie mich fragen Gibt es Seele außerhalb von dem Kontext der elektrischen Aktivität?
00:26:24: Das
00:26:28: ist eine sehr zutreffende Beschreibung des Themas.
00:26:36: Mir persönlich hilft das auch immer, weil ich glaube am Ende ist es die Hoffnung, die ein Stück weit trägt wenn man den Glauben hat, der einen hilft neben all dem was uns heute möglich ist und wo es vielleicht auch Grenzen gibt.
00:26:51: Aber ich finde, das ist dann auch irgendwas Tröstliches am Ende, dass er noch trägt in den täglichen Tuigen.
00:26:59: Das ist es.
00:27:02: Heute ist ja nicht mehr modern aber ich stelle dazu.
00:27:08: Vielen herzlichen Dank für das!
00:27:10: Tolle Gespräche und ich kann Ihnen wirklich nur sagen, dass wir sehr gerne das auch weiter unterstützen.
00:27:15: Und sehr froh sind, dass Wir mit Ihnen da jemand an der Spitze haben, der das vorantreibt und der wirklich auch große Akzente und Impulse ist.
00:27:23: Herzlichen Dank auch im Sinne der Menschen die Sie jeden Tag
00:27:26: behandeln
00:27:26: und denen sie ein Stück weit auch wieder Lebensqualität
00:27:29: soweit es geht vermitteln können.
00:27:31: Danke schön!
00:27:31: Ich danke Ihnen!
00:27:32: Vielen Dank.
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